Ehrungen

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Johannes Th. Eschen-Preis

Mit dem Johannes Th. Eschen-Preis der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft möchte die Redaktion der Fachzeitschrift “Musiktherapeutische Umschau” (MU) junge Autorinnen und Autoren bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit unterstützen und damit zur Qualitätsentwicklung beitragen. Die AbsolventInnen von Studiengängen im deutschsprachigen Raum können sich mit ihren Abschlussarbeiten im Rhythmus von zwei Jahren bewerben. Die PreisträgerInnen werden eingeladen, ihre Arbeit in einer der Zeitschrift angemessenen Form als Originalbeitrag in der MU zu veröffentlichen und erhalten dabei die Unterstützung der Redaktion.

Der Eschenpreis wurde im Jahr 2000 eingerichtet und ist benannt nach dem langjährigen Vorsitzenden der DMtG (früher: DGMT) und dem Leiter des Instituts für Musiktherapie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, Johannes Th. Eschen (1925 – 2013).

Anita Neudorfer ist die Preisträgerin des Johannes Th. Eschen-Preises der DMtG 2018.

Zwischen Therapie und Ökonomie. Zur Beziehung von Musiktherapie und dem Verein „Singende Krankenhäuser e.V.“
Masterarbeit im Studiengang Musiktherapie an der IMC Fachhochschule Krems (Niederösterreich), Betreuer: Prof. Dr. Gerhard Tucek

Die Autorin setzt sich in ihrer sozialwissenschaftlich angelegten Studie mit der Beziehung von Musiktherapie und dem internationalen Netzwerk „Singende Krankenhäuser e.V.“ und dessen Angeboten wie z.B. „heilsames Singen“ auseinander. Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Musiktherapie und dem Verein werden exploriert anhand von qualitativen Interviews sowie von zwei Gruppendiskussionen multiperspektivisch aus angrenzenden Gesundheitsberufen im Kontext von Therapieverständnis, Selbstverortung sowie Ökonomie und Berufspolitik. Die Studie bezieht den gesamten deutschsprachigen Raum ein, auch wenn die „Singenden Krankenhäuser“ vor allem in Deutschland präsent sind.

Mit großer Übereinstimmung wurde die Studie als „Preisträgerarbeit“ von der Jury ausgezeichnet. „Die Forschungsfrage der Autorin entwickelt sich im Verlauf der Darstellung zu einem hochbrisanten aktuellen berufspolitischen Thema für Deutschland“, betont die Jury. Hier werde aus einer Sichtweise – eher von außen heraus auf Deutschland – die Frage des Umgangs mit Musik in heilenden Kontexten aufgeworfen, vor allem auch vor dem Hintergrund ökonomischer Aspekte. Die Autorin zeigt durch ihre Untersuchung, so die Jury, dass eine umfassende Diskussion zum professionellen Selbstverständnis von Musiktherapie im Gesundheitswesen nötig und erforderlich ist.

Fazit der Jury: „Ein mutiger Umgang mit einem umstrittenen Thema“, „eine exzellente Zusammenfassung der Ergebnisse“, „berufspolitisch besonders wichtig“, „eine gelungene Darstellung“.

Daniela Lechner wird mit einer Belobigung ausgezeichnet.

Untersuchungsinstrumente und Testverfahren in musiktherapeutischen Studien mit Kindern (0–6 Jahre). Überblicksarbeit für den deutschsprachigen Raum (2000–2016).
Diplomarbeit am Institut für Musiktherapie, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Betreuer: Prof. Dr. med., Dr. sc. mus. Thomas Stegemann

Das Forschungsprojekt der Autorin zeigt auf, welche Testverfahren in musiktherapeutischen Studien in den drei deutschsprachigen Ländern verwendet wurden. Die Arbeit bewertet, wie zielführend die Untersuchungsinstrumente eingesetzt wurden und wie die testtheoretischen Gütekriterien erfüllt wurden. Damit leistet die Arbeit einen Beitrag zur besseren Methodenwahl zukünftiger musiktherapeutischer Forschungsarbeiten.

„Das Gesamtprojekt dieser Arbeit ist hervorragend, die Tendenz zur multi-zentrischen Herangehensweise ist selten in deutschsprachigen Veröffentlichungen zu finden und weist den Weg nach Europa“, urteilt die Jury. Allein die übersichtliche Darstellung der einzelnen Untersuchungs- und Messinstrumente ist beeindruckend gelöst, so die Jury, auch in der technischen Realisierung. Die Arbeit zeige die hohen forschungsmethodischen Kompetenzen der Autorin, genauso wie ihre sorgfältige Recherche. „Und deshalb ist eine solche Darstellung berufspolitisch besonders wichtig, um geeignete Methoden für den Wirkungsnachweis von Musiktherapie zur Diskussion zu stellen.“

Fazit der Jury: „Bewundernswerte fundierte Arbeit“, „umsichtig und umfassend“, „die Ergebnisse sind gut nachzuvollziehen“, „kompakt und kenntnisreich“.

In ihrem Abschlussstatement hob die Jury insgesamt das hohe Niveau der Arbeiten hervor. In der Qualität hätten die nominierten Bewerberinnen und Bewerber sehr nahe beieinander gelegen. Die fachlichen Kriterien seien sehr gut erfüllt worden.
„Auffällig ist, wie gut sich die Forschungskompetenzen weiterentwickelt haben, alle Medien sind in den Recherchen mit einbezogen“, so ein Resümee der Jury. Auch das breite Spektrum an Themen mit einer hohen Sensibilität für aktuell notwendige Fragestellungen habe sie beeindruckt, von der Arbeit mit Migranten bis hin zur Darstellung neuer Musiktechnologien, von der musiktherapeutischen Elternarbeit in der Neonatologie bis zur Arbeit mit jugendlichen Straftätern.

Évi Forgó Baer (Zürcher Hochschule der Künste in Kooperation mit der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik)
Musiktherapie und Empathie bei jugendlichen und jungen erwachsenen Straftätern

Julica Bendixen (Hochschule für Musik und Theater Hamburg)
Familienzentrierte Musiktherapie in der Neonatologie. Interviewstudie zur Exploration der Elternperspektive

Verena Fleissner (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien)
Shelter from the Storm. Musiktherapie mit geflüchteten Menschen.
Einblick in einen Randbereich musiktherapeutischer Praxis

Monika Theresa Hoog Antink (Hochschule für Musik und Theater Hamburg)
Die Stimme als Selbstrepräsentanz. Der Einfluss von vokaler Gruppenmusiktherapie auf das Selbstwertgefühl im Kontext einer stationären Depressionsbehandlung

Daniela Lechner (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien)
Untersuchungsinstrumente und Testverfahren in musiktherapeutischen Studien mit Kindern (0–6 Jahre). Überblicksarbeit für den deutschsprachigen Raum (2000–2016).

Eugen Valentin Luz (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien)
Zur Anwendung elektronischer Musikinstrumente und Musiktechnologien in
der aktiven Musiktherapie

Anita Neudorfer (IMC Fachhochschule Krems)
Zwischen Therapie und Ökonomie. Zur Beziehung von Musiktherapie und dem Verein „Singende Krankenhäuser e.V.“

2018: Anita Neudorfer, Belobigung: Daniela Lechner
2016: Jacqueline Stohler, Belobigungen: Susanne Korn, Isolde Binzer
2014: Sina Glomb, Belobigung: Eva-Maria Eidenbenz
2012: David Kierspel, Belobigungen: Lukas Hartl, Stefanie Hoffmann
2010: Karin Holzwarth, Belobigung: Monika Kern
2008: Monika Esslinger, Belobigungen: Saya Shiobara, Agnes Burghardt
2006: Britta Warme, Belobigungen: Regina Weiß, Julia Scholtz
2004: Ulla Pfefferle, Belobigungen: Juliane Stein, Isabell Paduch, Eva Phan Quoc
2002: Monika Smetana (vorm. Lagler), Belobigung: Karin Mössler
2000: Ulrike Mönter, Belobigungen: Susanne Heinze, Dorothea Schönhals-Schlaudt

Gertrud Katja Loos-Medaille

Mit der Katja-Loos-Medaille ehrt die DMtG Personen oder Institutionen von überregionaler Bedeutung, die sich in besonderem Maße für die Musiktherapie eingesetzt haben, selbst jedoch nicht musiktherapeutisch tätig sind. Mit der Namensgebung halten wir das Gedenken an Gertrud Katja Loos (1916 – 2000) lebendig – eine Wegbereiterin der Musiktherapie in Deutschland, deren Name untrennbar mit der Entwicklung der Musiktherapie im deutschsprachigen Raum verbunden ist.

Die Medaille hat einen symbolischen Wert: Sie zeigt die Fotografie einer antiken minoischen Gemme, die nach Meinung von Archäologen eine Muschelhornspielerin zeigt und etwa aus der Zeit 2000 v. Chr. datiert. Das Original befindet sich heute in einem Museum in Iraklion.

2018 Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther (Laudatio: Prof. Dr. Isabelle Frohne-Hagemann)
2013 Deutsche Kammerphilharmonie Bremen (Laudatio: Prof. Dr. Almut Seidel)
2011 Prof. Dr. Peter Petersen (Laudatio: Dr. Monika Nöcker-Ribaupierre)
2007 Paul Rothenfußer, Rothenfußer-Stiftung (Laudatio: Prof. Dr. Thomas Wosch)
2006 Prof. Dr. David Aldridge (Laudatio: Dr. Monika Nöcker-Ribaupierre)
2005 Prof. Dr. Horst Kächele (Laudatio: Prof. Dr. Tonius Timmermann)
2003 Andreas-Tobias-Kind-Stiftung (Laudatio: Monika Nöcker-Ribaupierre)
2002 Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Rauhe, Präsident der Hochschule Hamburg
2001 wiss. Leitung der Psychotherapiewochen Lindau (Laudatio: Prof. Dr. Susanne Metzner)
2001 Volker Bernius, Redakteur HR und der Musiktherapeutischen Umschau

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