5029 Menschen fordern den Erhalt des traditionsreichen Studiengangs!
An dieser Stelle ein großes DANKE für die umfassende Unterstützung ❤️
Petitionsbericht
Laufzeit der Petition: 16.2.-31.8.2026
Petitionsbetreuung: Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft e.V.
Petitionsergebnis (Stand 31.08.2026): 5029 Unterschriften aus 19 Nationen
Kernpunkte der Petition
Musiktherapie an der Universität der Künste Berlin soll ab dem Wintersemester 2026/27 nicht mehr für neue Studierende zugänglich sein. Die 43-jährige Tradition eines deutschland- und europaweit anerkannten Studiengangs mit hoher internationaler Reputation würde hiermit ein dramatisches Ende finden.
Die UdK-Leitung und der Berliner Senat werden eindringlich aufgefordert, aktiv den Erhalt des musiktherapeutischen Studienangebots sicherzustellen, alle Handlungsspielräume auszuschöpfen und den Dialog mit Wissenschaftspolitik und Fachverbänden zu intensivieren. Die Musiktherapie ist von der Hochschulrektorenkonferenz als besonders förderungswürdiges „Kleines Fach“ eingestuft, woraus sich eine besondere Verant-wortung der UdK ergibt. Petitionsbegründung Musiktherapie ist ein wissenschaftlich fundiertes, gesellschaftlich und gesundheitspolitisch hoch relevantes Fach, dessen Erhalt laut Deutschem Musikrat ausdrücklich gefordert wird.
Die Musiktherapie ist in zahlreichen medizinischen Leitlinien verankert, u.a. in den S3-Leitlinien für Demenzen, Angststörungen, Psychoonkologie, Palliativmedizin, Schlaganfall und Parkinson. Angesichts steigender psychosozialer und medizinischer Versorgungsbedarfe ist ein qualitätsgesicherter akademischer Ausbildungsweg unverzichtbar. Der Standort Berlin bietet durch die enge Zusammenarbeit mit der Charité und weiteren Hochschulen hervorragende Studien- und Forschungsbedingungen. Der Studiengang schafft eine bedeutende Qualifikations- und Wissenschaftsbasis, deren Wirkung weit über die UdK hinausreicht. Der Studienort Berlin hat durch seine internationale Ausrichtung, wissenschaftlich-künstlerische Qualität und Vorbildfunktion entscheidend zur Professionalisierung des Fachs beigetragen.
Der Studiengang leistet einen wesentlichen Beitrag zur Arbeitsplatz- und Qualitätssicherung des Berufsstandes. Absolvent:innen sind in somatischen, psycho-somatischen und psychiatrischen Kliniken im Akut- und Rehabereich, psychosozialen Einrichtungen wie Tagesstätten und Jugendzentren, im Präventionsbereich und in Schulen, in spezifischen Versorgungsangeboten (z.B. für Demenzbetroffene), sowie freiberuflich tätig und decken einen nachweislichen Fachkräftebedarf im Gesund-heitsbereich ab.
Auszug aus den öffentlichen Petitionskommentaren (gesamt 1862)
Kommentar von Nina Kuyumcu Berlin, am 10.02.2026
Ein wunderbarer Studiengang! Ich habe dieser Ausbildung und allen involvierten so viel zu verdanken und Musiktherapie leistet so viel Gutes für Menschen mit psychischen Störungen und traumatisierte Menschen!
Kommentar von Sandra Lutz Hochreutener Gais, am 12.02.2026
Der Berliner Musiktherapie Studiengang ist seit Jahrzehnten ein theoretisch und wissenschaftlich fundierter, praxisrelevanter Studiengang. Als emeritierte Leiterin der Musiktherapie Studiengänge an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) habe ich jahrzehntelang immer wieder mit den Berliner Kolleg:innen zusammengearbeitet und kenne deshalb die hohe Qualität des Studienangebots bestens. Es wäre ein großer Verlust, wenn es nicht mehr weitergeführt würde. Dr. sc. mus. Sandra Lutz Hochreutener
Kommentar von Sylvia de Bruyn Taufkirchen, am 10.02.2026
Musiktherapie ist für meinen behinderten Sohn sehr wichtig. Er liebt es und bekommt über die Musiktherapie sowohl einen besseren Zugang zur Sprache als auch mehr Selbstvertrauen.
Kommentar von Nicht öffentlich Wien, am 22.02.2026
Das novellierte Berliner Hochschulgesetz fordert eine Neuordnung von universitärer Weiterbildung, was aber keine ersatzlose Aufgabe eines gesellschaftlich und versorgungsrelevanten Musiktherapiestudiengangs wie dem an der UdK Berlin bedeuten darf. Akademische Ausbildung ist Voraussetzung für Qualitätssicherung im Gesundheitsbereich, insbesondere in der Arbeit mit vulnerablen Patient:innengruppen. Auch Musiktherapeut:innen haben während der Pandemie zur Versorgung in Kliniken und anderen Institutionen des Gesundheitswesens beigetragen. Die Entwicklung einer Organisationsform, in der der Studiengang Musiktherapie an der UdK Berlin erhalten werden kann, ist daher als ein Gestaltungsauftrag und Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortungsübernahme zu verstehen.
Kommentar von Nicht öffentlich Marburg, am 11.02.2026
Ich war selbst jahrelang in Musiktherapie und es hat mir wirklich das Leben gerettet.
Kommentar von Sabine Schindler Berlin, am 14.02.2026
Der Studiengang Musiktherapie an der UdK leistet eine qualitativ hochwertige Ausbildung, Musiktherapie als Therapierichtung ist wirksam und ergänzt zudem viele therapeutische Prozesse. Die Absolvent:innen sind unverzichtbare Mitglieder in vielen multiprofessionellen Teams in Kliniken und SPZ!
Kommentar von Nicht öffentlich Berlin, am 11.02.2026
Ich arbeite in einem SPZ mit Musiktherapeutinnen zusammen. Die Musiktherapie ist ein essenzieller Arbeitsbereich im SPZ, der nicht wegzudenken ist. Durch die musiktherapeutische Kompetenz können Zugänge zu Kindern geschaffen werden, die in anderen Berufsgruppen nicht möglich wären. Gerade nonverbale Kinder, Kinder im autistischen Spektrum und Kinder mit Bindungsproblemen profitieren von diesem Angebot ungemein. Alle Berliner SPZs haben ein Interesse daran, dass der Arbeitsbereich bestehen bleibt und ausgebildete Fachkräfte für die Stellen weiterhin gewonnen werden können.
Kommentar von Charlotte Rosch Berlin, am 12.02.2026
Ich bin selbst Musiktherapeutin, wurde in Berlin an der UdK ausgebildet, schätze diesen Studiengang als hochwertig ein und zentral für die deutsche musiktherapeutische Studienlandschaft.
Expert:innenstatements
Antje Valentin, Generalsekretärin Deutscher Musikrat
„Musiktherapie kann im Bereich der Gesundheitsförderung, Prävention und Teilhabe einen wichtigen Beitrag leisten. Dafür müssen die Qualität und die Ausbildungskapazitäten für Musiktherapie an Musikhochschulen und Universitäten gesichert werden.“
Prof. Dr. Lutz Neugebauer, Vorstandsvorsitzender Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft
„Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen durch die zunehmenden Demenzerkrankungen und die Unterversorgung im ambulanten psychotherapeutischen Bereich bei Kindern und Jugendlichen, ist der Erhalt des Musiktherapiestudiengangs der UdK in seiner hohen Ausbildungsqualität unverzichtbar!“
Prof. Dr. Anne-Katrin Jordan, Sprecherin des Arbeitskreises Musiktherapeutischer Ausbildungen im staatlichen Tertiärbereich (AMA)
„Musiktherapie ist ein evidenzbasiertes, gesellschaftlich hoch relevantes Gesundheitsfach und auf eine qualitätssichernde universitäre Ausbildung angewiesen. Der Wegfall eines international anerkannten Studiengangs schafft eine nachhaltige Versorgungs- und Qualifikationslücke weit über den Standort Berlin hinaus.“
Prof. Dr. Susanne Bauer, Studiengangsleitung Master Musiktherapie, UdK Berlin
„Musiktherapie wurde im Jahr 2018 in den Fächerkatalog der Arbeitsstelle „Kleine Fächer“ aufgenommen. Einer der Meilensteine der Förderung durch die Kultusministerkonferenz ist die ‘stärkere Berücksichtigung von kleinen Fächern an Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Kunst- und Musikhochschulen’, also auch der Musiktherapie!“
Gulsanam Sadik, Musiktherapeutin M.A., Absolventin Masterstudiengang Musiktherapie UdK Berlin
„Der Musiktherapiestudiengang der UdK mit seinem exzellenten Ausbildungsniveau ermöglichte mir den Erwerb einer hochwertigen Musiktherapieausbildung, die ich international in meinen Projekten in der Ukraine oder Lettland nachhaltig nutzen und sie mit meiner Expertise bereichern kann.“
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📢 Am 7. September übergeben wir die Petition an Dr. Ina Czyborra, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege des Landes Berlin. Die Übergabe erfolgt durch den Vorstand der DMtG, sowie Fachpersonen aus Forschung, Lehre und Praxis der Musiktherapie und der UdK, des Deutschen Musikrates und der Charité Berlin.
Über unsere DMtG Kanäle informieren wir über die Übergabe und die weiteren Entwicklungen!