DMtG Fortbildung in Coronakrise Header pxhere

Zur Fortbildungs­pflicht in Coronazeiten

Share on facebook
Share on twitter
Share on google
Share on email

Autor: Tobias Kranz –

Ein aktuelles Statement des Berufsständischen Beirats zur Fortbildungsverpflichtung während der Corona-Pandemie.

Viele von uns haben in den letzten Monaten Absagen für lang geplante und teilweise sehnlichst gewünschte Fortbildungen erlebt. Durch die Geschwindigkeit der Kontaktbeschränkungen konnten besonders im ersten Lockdown viele Veranstalter nicht schnell genug reagieren.

Inzwischen gibt es vielfältige Online-Angebote. Zum Beispiel hat der 16. Weltkongress der WFMT (World Federation of Music Therapy) komplett digital stattgefunden. Der Kongressbericht mit kurzen Artikeln zu allen Vorträgen des WCMT2020 steht bei issuu zum Download bereit. Weitere Veranstalter ermöglichten mit ausgeklügelten Hygienekonzepten eine Präsenzteilnahme, andere boten hybride Veranstaltungen an oder ermöglichten auch ein Anschauen von Fortbildungen über Videoformate.

Mehr online-Angebote im Veranstaltungskalender

Wir haben bei der letzten Delegiertenversammlung besprochen, Online-Angebote vermehrt in unseren Veranstaltungskalender aufzunehmen. Reinzuschauen lohnt sich immer. Achtet darauf, dass Euch die Veranstalter Teilnahmebescheinigungen zur Verfügung stellen. Bei Zoom können zum Beispiel Dateien geteilt und von jedem selbst ausgedruckt werden.

Die Nutzung der digitalen Medien zeigt uns aber auch neue Möglichkeiten des Austausches und Kontaktes – weniger Reisen und trotzdem in Kontakt bleiben, konzentriertes Arbeiten, da gleichzeitig Sprechen nicht geht, Aufbau von Arbeitsgruppen oder Intervisionen quer durchs Land, Teilnahme an internationalen Angeboten. Auch wir vom Berufsständischen Beirat haben die Videokonferenzen für uns entdeckt und nutzen sie lieber als Telefonkonferenzen.

Im Berufsständischen Beirat haben wir viel über Fortbildungsmöglichkeiten in Zeiten von Corona gesprochen. Eine erste Information dazu gab es in der letzten DMtG aktuell (7/2020).

Daraus ist ein Beschluss der Delegiertenversammlung entstanden, den ich im Wortlaut hier zitiere:

Für die Rezertifizierung der DMtG Mitglieder darf der BB vor dem Hintergrund der Corona Pandemie von der Zertifizierungsordnung abweichen und die Anzahl der erforderlichen FoBi Punkte reduzieren.

Maßgeblich für die Reduktion sind die Dauer der Pandemie sowie der Grad der hierdurch entstehenden Einschränkung.

Ziel ist zu verhindern, dass Mitglieder aufgrund von Einschränkungen durch die Corona Pandemie trotz sonstiger regelmäßiger Fortbildungen nicht rezertifiziert werden können.

Nach Möglichkeit sollten die Mitglieder ursprünglich geplante Fortbildungsvorhaben erklären bzw. nachweisen. Online Angebote werden in einem angemessenen Rahmen anerkannt.

Das Maß der Reduzierung sollte 30 Fortbildungspunkte pro Pandemiejahr nicht überschreiten.

Wir wollen Euch hiermit ermutigen, nach Möglichkeiten der Fortbildung Ausschau zu halten. Zudem hilft ein Blick in den Anhang der Fortbildungsordnung. Wir haben den Begriff Fortbildung bewusst weit gefasst. Und unsere Erfahrung zeigt, dass die meisten Mitglieder weit mehr als die erforderliche Punktzahl zur Rezertifizierung erreichen. Wir können Euch nur ermutigen: schickt Eure Unterlagen zu uns. Und wenn Ihr unsicher seid und Fragen habt, wendet Euch an Sabine Westermann in der Geschäftsstelle. Sie kann Euch sehr viele Eurer Fragen beantworten und komplexere Fragestellungen an uns weiter leiten.

Zertifikat Musiktherapeut.in DMtG ist aktuell höchstes Qualitätssiegel.

Das Zertifikat Musiktherapeut.in DMtG ist der höchste Qualitätsstandard in der musiktherapeutischen Landschaft in Deutschland. Das IQWiG hat in seinem HTA-Bericht (pdf-Download, 1.463 KB) zur Wirkung einer begleitenden musiktherapeutischen Behandlung bei Krebs explizit darauf hingewiesen, dass das Zertifikat als Qualitätssiegel verstanden wird bis zur berufsrechtlichen Klärung für unsere Berufsgruppe. Je mehr Musiktherapeut.innen diesen Titel tragen, desto mehr Kraft hat unser Streben nach berufsrechtlicher Anerkennung.

Meine Kollegin aus dem Berufsständischen Beirat Prof. Dr. Dorothee von Moreau hat in der Zeitschrift Musik und Gesundsein (Heft 36, Reichert Verlag 2019) einen wunderbaren Artikel zum Thema Zertifizierung geschrieben.

Für Fragen stehen wir vom Berufsständischen Beirat Euch immer gerne zur Verfügung.

Tobias Kranz Musiktherapeut DMtG

Tobias Kranz studierte Oboe in Berlin (UdK) und Frankfurt (HfMDK) sowie Musiktherapie an der WWU Münster. Er arbeitet seit knapp zehn Jahren in der Psychiatrie, derzeit im LVR Klinikum Essen mit stationären und tagesklinischen Patient.innen. Er ist Mitglied des Berufsständischen Beirats der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft.

Seine Leidenschaft für die klassische Musik zeigt sich sowohl in der eigenen Konzerttätigkeit, als auch im regelmäßigen Besuch von Konzerten und Opern.

 

 

Header-Grafik: pxhere.

Schreibe einen Kommentar

11 − 6 =