Das CRISP Kind ein interdisziplinäres Weihnachtsprojekt, von Armin Erlacher-Gluttig

Das CRISP-Kind kommt – ein interdisziplinäres Weihnachtsprojekt

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Zuerst fragt man sich vermutlich: „Was bitte soll denn ein CRISP‐Kind sein?“ – kurz gesagt, es handelt sich dabei um ein vorweihnachtliches Projekt des Therapeutischen Instituts der Chance B in Gleisdorf, Österreich.

Dort bietet ein Team von rund 30 Therapeut.innen vier verschiedene Therapien für Menschen mit Behinderung und Entwicklungsverzögerung an: Logopädie, Ergo‐, Musik‐ und Physiotherapie. Als einer der vier Musiktherapeut.innen konnte ich in den vergangen Jahren die besondere Arbeitsweise dieses Teams kennenlernen und davon profitieren. Das multiprofessionelle und vor allem interdisziplinäre Zusammenarbeiten ist fixer Bestandteil der täglichen Arbeit. Neben dem regelmäßigen Austausch zu gemeinsamen Kund.innen kann auch mal bei den anderen Therapierichtungen mitgeschnuppert werden.

Potentiale werden im interdisziplinären Austausch erkennbar

Dabei werden oft Potentiale erkennbar, die dann auch in der Musiktherapie aufgegriffen werden können – beispielsweise kann die Förderung von bestimmten Bewegungsmustern aus der Physiotherapie beim aktiven Spiel mit Instrumenten integriert werden – dann macht es gleich umso mehr Spaß! Umgekehrt nutzen die anderen Fachrichtungen Inputs aus der Musiktherapie, um den Weg zu den gesteckten Zielen attraktiver und vielfältiger zu gestalten – z.B. Singen von Liedern in der Logopädie für die Sprachentwicklung, motivierende Begleitmusik in der Physio‐ oder Ergotherapie, etc.

Möglichst viele Menschen und Orte aus Umfeld und Umwelt einbinden

Aus dieser Zusammenarbeit ist unter anderem ein neuer Therapieansatz entwickelt worden, der sich ‘CRISP ‐ CReative Intensity with innovative Spaces and People’ nennt. Dabei geht es, neben anderen wichtigen Aspekten, auch darum, möglichst viele Menschen und Orte aus Umfeld und Umwelt der Kund.innen in die Therapie einzubinden.

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Davon inspiriert wurde in der Vorweihnachtszeit das „Projekt CRISP‐Kind“ gestartet. In der Ergotherapie wurde ein Weihnachtsbaum gebastelt, der im Laufe der Adventszeit immer weiter von unseren Kund.innen ausgeschmückt wurde. Gleichzeitig wurde in den anderen Therapierichtungen das Weihnachtslied „Oh Tannenbaum“ gesungen und getanzt. Mit dem Einverständnis der jeweiligen Kund.innen konnte ein zauberhaftes Weihnachtsgruß‐Video im Namen der Chance B auf Youtube gestellt werden, in dem unsere Kund.innen als Stars begeistern.

Unsere Kund.innen als Stars

Noch jetzt im neuen Jahr bin ich ganz verzaubert von den glücklichen und begeisterten Reaktionen unserer „CRISP‐Kinder“ und vieler anderer Leute beim gemeinsamen Ansehen des produzierten Videos. Von den therapeutischen Effekten ganz zu schweigen! Gerade in diesem Bereich ist es so wichtig, den Menschen zu ermöglichen, selbst wirksam zu sein.

Mehr Informationen zum Musiktherapie-Projekt bei Chance B finden Sie hier.

Armin Erlacher Gluttig

Armin Erlacher Gluttig

Armin Erlacher-Gluttig hat sein Studium der Musiktherapie in Graz (GraMuTh) absolviert und arbeitet seit nunmehr 2 Jahren als Musiktherapeut für die Chance B Firmengruppe im Bereich Behinderung und Entwicklungsverzögerung. Außerdem bietet er eine regelmäßige Musik-Erlebnis-Gruppe in der Lebenshilfe Niesenbergergasse in Graz an. Ursprünglich im technischen Bereich ausgebildet gab es dann einen scharfen Kurswechsel hin zur neuen beruflichen Heimat Musiktherapie. Der eigenen Musik widmet er sich privat als Musiker, Solo mit Loop-Station oder in diversen Bands.

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