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Horst Kächele – Förderer der Musiktherapie – gestorben

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Autor: Volker Bernius –

Am 28.06.2020 starb Prof. Dr. Dr. Horst Kächele (Ulm/Berlin) nach schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren. Horst Kächele war Arzt, Psychoanalytiker und Psychotherapieforscher. Von 1990 bis 2009 hatte er den Lehrstuhl für Psychotherapie an der Universität Ulm inne, ab 1997 war er auch Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Ulm. Kächele galt als Verfechter empirisch fundierter psychoanalytischer Forschung. Seit 2009 hatte Horst Kächele eine Professur für Forschungsmethoden an der International Psychoanalytic University Berlin inne.

Für die Musiktherapie bedeutet der Abschied ein „schmerzhafter Verlust von einer großen Persönlichkeit“. Horst Kächele hat seit Ende der 80er Jahr die Musiktherapie vielfältig unterstützt und gefördert. Der „Ulmer Workshop für musiktherapeutische Grundlagenforschung“, eine seit 1989 jedes Jahr im Februar legendäre Veranstaltung in Ulm (jetzt in Augsburg) ist auf Initiative von Prof. Kächele entstanden. Er formulierte damals die Prämisse, dass die „Musiktherapie als eine Form der Psychotherapie eine hypothesen-generierende Prozessforschung verdient“ habe (MU, Band 19, 1989, Heft 1, S. 61). Die Verdienste Horst Kächeles für die deutschsprachige Musiktherapie sind vielfältig, unersetzlich und unzählbar. Kächele forderte von der Musiktherapie „systemisches Denken“ und ein synergetisches Vorgehen: Bei der 30. Werkstatt für musiktherapeutische Forschung in Augsburg im Jahr 2018 appellierte der langjährige wissenschaftliche Beirat der Musiktherapeutischen Umschau an die Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten: „Fragen Sie: Wo ist Musiktherapie Spitze, was kann nur Musiktherapie, wo sagt man: Das schafft nur Musiktherapie!“ (MU, Band 39, 2018, Heft 1, S.3).

Die Deutsche Musiktherapeutische Gesellschaft trauert um einen kritischen Geist, der der Musiktherapie immer gut getan hat.

Das Mitgefühl und alle Gedanken sind bei der Familie, den Angehörigen und Freunden.

Ein ausführlicher Nachruf folgt.

Header-Foto: Universität Ulm

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