Filmrezension Musikfilme aus musiktherapeutischer Sicht vonHaffa-Schmidt Back

Die zwei von der Filmstelle:
“Mozart in the Jungle”

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Wenn die beiden Musiktherapeutinnen Christine Back und Ulrike Haffa-Schmidt in Nürnberg ins Kino gehen, setzen sie ab und zu ihre Musiktherapeutenbrille auf. Dabei entdecken sie immer wieder interessante Berührungspunkte zu ihrem Berufsfeld.

Mozart in the Jungle

  • Erscheinungsjahr: 2014-2018
  • Dauer: 4 Staffeln mit je 10 Episoden à 30 Minuten
  • Regie: Paul Weitz, Roman Coppola, Adam Brooks u.a.
  • Darsteller: Gael Garcia Bernal, Lola Krike, Malcolm McDowell
  • Genre: Gramedy
  • Produktionsland: USA
  • Zu sehen auf DVD und Amazon Prime

Hallo Filmfans, wir „Zwei von der Filmstelle“ haben Grund zum Feiern: Ein Jahr gibt es jetzt unseren Filmblog zu Musikfilmen. Prost Christine! Gleichzeitig ist es auch ein bisschen tragisch: Wir konnten bislang nur fünf brandneue Kinofilme vorstellen, bei allen anderen haben wir wegen geschlossener Kinos auf DVDs, Mediatheken und Streamingangebote zurückgreifen müssen. So auch diesmal.

Serie mit Suchtpotential

Der Stardirigent Rodrigo de Souza (Gael Garcia Bernal) löst den bisherigen Maestro der New Yorker Symphoniker Thomas Pembroke (Malcolm McDowell) ab, um der verstaubten Institution mit seinen unkonventionellen Ideen neues Leben einzuhauchen. Er trifft auf Hailey Rutledge, eine junge Oboistin, die beim Orchester vorspielt, dann aber erstmal seine Assistentin wird. Damit spannen sich verschiedenen Handlungs- und Themenstränge auf: Konflikte zwischen dem alten und neuen Dirigenten, Konkurrenz zwischen der jungen Oboistin und der 1. Solooboistin des Orchesters, Konflikte innerhalb der Musiker und zwischen Ihnen und dem Dirigenten, der Abhängigkeit von Sponsoren und die Finanzierung des Orchesters, und dazu noch  diverse Liebes- und Sexgeschichten.

Fazit: Gute Unterhaltung.

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Als Serienneuling amüsiert und wundert mich so einiges: zu Beginn jeder Folge werde ich über die Bewertung (0-16) informiert und erhalte vorab Warnhinweise über Schimpförter, Drogenkonsum, Sex und Gewalt der kommenden Folge.

Verschweigen will ich nicht die Längen in einigen Folgen. Rodrigo und Hailey werden mir aber im Verlauf der Serie dermaßen vertraut, dass ich unbedingt wissen möchte, wie es mit ihnen weitergeht und die komplette Serie innerhalb einer Woche angeschaut habe und noch leide, weil es nicht weitergeht.

Die Stärke der Serie sind die Musikszenen. Der Film macht sicht- und hörbar, wie uns Musik ergreifen, beflügeln und berühren kann und das wirkt echt und nicht gespielt. Wie toll! Sichtbar wird in den Gesichtern der Musiker, dass dieses Wunder dann möglich wird, wenn wir in Beziehung gehen: zu uns, dem Komponisten, zum Stück, den Mitmusikern und dem Publikum. Wir sehen und hören, dass es sich lohnt, mutig zu sein und seiner inneren Stimme zu folgen auch wenn das Risiko zu Scheitern oder sich lächerlich zu machen groß ist.

Das alles ist unterhaltsam und abwechslungsreich dargestellt. Es gibt Rückblenden zu biografischen Hintergründen, mal tauchen echte Stars der Klassikszene in kleinen Gastrollen auf, Mozart erscheint Rodrigo als Geist, wir begleiten das Orchester auf Tourneen ins Ausland und lernen noch die künstliche Intelligenz eines Dirigierroboters kennen.

Bei den Golden Globes wurde sowohl die Serie als „beste Serie Comedy/Musical“ als auch Hauptdarsteller Gael Garcia Bernal als „bester Hauptdarsteller in einer Serie Comedy/Musical“ ausgezeichnet.

Fazit: Gute Unterhaltung.

Ulrike Haffa-Schmidt

Ulrike Haffa-Schmidt

Ulrike Haffa-Schmidt ist Musiktherapeutin, Lehrmusiktherapeutin (DMtG), Psychoonkologin, Heilpraktikerin mit eigener Praxis und Tätigkeit in der Onkologie, Palliativstation und Psychosomatik am Klinikum Nürnberg. Mitglied im Berufsständischen Beirat der DMtG und Delegierte der DMtG für die BAG-Musiktherapie. www.musiktherapie-nuernberg.de

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