Brea Murakami. Ethische Dynamiken: Integration von Forschungsergebnissen zur Verringerung musikbezogenen Schadens. Musiktherapeutische Umschau 47(2).

Ethische Dynamiken zur Verringerung musik­bezogenen Schadens in der Musik­therapie

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Ein Interview mit Brea Murakami, von Bettina Eichmanns

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In der aktuellen Ausgabe der Musiktherapeutischen Umschau (MU 2/2026) erscheint von Brea Murakami der Artikel “Ethische Dynamiken: Integration von Forschungs­ergebnissen zur Verringerung musikbezogenen Schadens”. Sie fordert sich selbst und alle Kolleg:innen heraus, indem sie auf möglichen Schaden durch Musik in der musik­therapeutischen Arbeit aufmerksam macht. Mit ihrem Modell “Music Therapy and Harm Model” (MTHM) hat sie ein forschungs­-basiertes Rahmenwerk zur Erkennung und Vermeidung von musikinduzierten Schäden entwickelt, die in Musiktherapie­sitzungen vorkommen können.

Frau Murakami, in Ihrem Artikel stellen Sie die Vorstellung in Frage, dass Musik – insbesondere Lieblingsmusik – automatisch „wohltuend“ für Menschen sei. Wie sind Sie auf dieses Forschungsthema gekommen?

Es war eigentlich ein fünfminütiges Gespräch mit einem Politiker, das mich dazu gebracht hat, die Arbeit von Musiktherapeuten völlig neu zu überdenken. Im Jahr 2015 war ich Mitglied einer Arbeitsgruppe, die sich für eine staatliche Zulassung der Musiktherapie einsetzte. Mein Abgeordneter fragte mich: „Berufszulassungen sollen Verbraucher vor Schaden bewahren. Vor welchem Schaden schützt diese Musiktherapie-Zulassung die Öffentlichkeit?“ Es war eine berechtigte Frage, aber sie traf mich damals völlig unvorbereitet. Danach habe ich viel über die Arbeit von Musiktherapeut:innen nachgedacht, was mich dazu veranlasste, das „Music Therapy and Harm Model“ zu entwickeln.

Werden die Risiken, die Menschen mit einer musiktherapeutischen Intervention eingehen, generell unterschätzt?

Ich bin der Meinung, dass Musiktherapeut:innen ihre Klient:innen in jeder Sitzung dazu auffordern sollten, sinnvolle und überschaubare Risiken einzugehen. Wenn unsere Klient:innen Risiken eingehen, folgen oft Wachstum und Lernen. Würden Musiktherapeut:innen vereinfachte Interventionen durchführen, nur um Schaden zu vermeiden, würde sie ihren Klient:innen einen Bärendienst erweisen. Das Bewusstsein, dass Schaden entstehen kann, sollte Musiktherapeut:innen nicht davon abhalten, in den Sitzungen – im Rahmen seiner Fähigkeiten und seines Tätigkeitsbereichs – Gelegenheiten für produktives Unbehagen zu schaffen. Die klinische Intuition und Fachkompetenz von Musiktherapeut:innen oder die Inanspruchnahme von Supervision können ihnen dabei helfen, das richtige Risikoniveau zu erkennen, um das Wachstum der Klient:innen zu fördern.

Welche Aspekte der Musikauswahl können potenziell zu musikbedingtem Schaden führen? Ist es nur die Musik, die wir selbst spielen oder hören, oder gibt es noch andere Fehlerquellen, wie zum Beispiel den Zeitpunkt, die Lautstärke oder die Art und Weise, wie Klient und Musiktherapeut sie hören?

Je nach Situation kann jeder Aspekt der Musik (unabhängig davon, ob sie vom Klienten oder vom Musiktherapeuten ausgewählt wurde) potenziell zu Schäden führen. Auf akustischer Ebene kann Musik für Frühgeborene oder ältere Erwachsene, die Hörgeräte tragen, entwicklungsbedingt überstimulierend wirken. In sehr seltenen Fällen kann das Hören bestimmter Instrumente oder Lieder Krampfanfälle auslösen. Auf psychologischer Ebene können Assoziationen, die Klient:innen mit einem bestimmten Lied verbinden, überwältigende Erinnerungen an einen verstorbenen geliebten Menschen hervorrufen, oder sie können eine Abneigung gegen ein Lied entwickeln, weil sie es oft in einem negativen Kontext gehört haben. Oder die mangelnde musikalische Reaktionsfähigkeit von Therapeut:innen kann bei Klient:innen Angst oder andere negative Reaktionen auslösen. Da Musik so facettenreich ist, gibt es viele Dimensionen zu berücksichtigen, wenn bewertet wird, ob in einem therapeutischen Umfeld Schaden entstanden ist.

Sie erwähnen, dass musikbedingte Schäden körperlicher Natur sein können – können Sie ein Beispiel nennen?

Körperliche Schäden in der Musiktherapie können auftreten, wenn Klient:innen während einer Sitzung eine negative körperliche Reaktion zeigen, die den therapeutischen Zielen nicht dienlich ist. Wir könnten körperlichen Schaden als ungesunde Herzfrequenz oder Blutdruck aufgrund überstimulierender Musik oder als körperliche Verletzung beim Spielen eines Instruments messen, das für die Fähigkeiten von Klient:innen ungeeignet ist. Theoretisch könnte körperlicher Schaden sogar maladaptive Neuroplastizität umfassen, wenn Musiktherapeut:innen Klient:innen während der Melodic Intonation Therapy dazu bringen würde, ein falsches Sprachmuster ausgiebig zu wiederholen, wodurch der Fehler zu einem dauerhaften Muster im Gehirn würde.

Um die musikalische Entscheidungsfindung zu thematisieren, haben Sie das „Music Therapy and Harm Model“ (MTHM) entwickelt. Können Sie uns erzählen, wie es entstanden ist?

Nach jenem schicksalhaften Gespräch mit meinem Abgeordneten über den Schutz der Verbraucher vor Schaden beschloss ich, während meines Masterstudiums eine frühe Version des MTHM zu entwickeln. Anfangs konzentrierte ich mich auf musikbasierten Schaden, aber während eines Gesprächs mit einem Kollegen im Jahr 2017, der immer wieder um Klarstellung bat, skizzierte ich das gesamte Dreieck in einem Zug. Ich habe tatsächlich noch das Papier, auf das ich die erste Version geschrieben habe! Die drei umgebenden Kreise, die die ökologischen Faktoren darstellen, kamen etwa ein Jahr später hinzu.

Sie erwähnen das manipulative Potenzial der musikalischen Handlungen des Musiktherapeuten. Ist therapeutische Veränderung nicht immer mit Risiken verbunden – ein „ethisches Dilemma“, mit dem wir in jeder Sitzung, bei jeder Intervention konfrontiert sind?

Ja, ich finde, das ist eine hervorragende Art, die Verantwortung zu beschreiben, die Musiktherapeut:innen gegenüber ihren Klient:innen haben. Wir sollten uns sowohl des positiven als auch des negativen Einflusses unserer Fähigkeiten bewusst sein und dafür Verantwortung übernehmen. Dennoch glaube ich, dass Schäden in musiktherapeutischen Sitzungen relativ selten sind. Und wenn doch einmal ein Schaden entsteht, kann dieser relativ geringfügig sein und sich leicht beheben lassen, indem man die Musik anpasst oder Feedback von Klient:innen einholt. Einige Kliniker haben mir erzählt, dass das MTHM ihnen manchmal das Gefühl gab, ein „schlechter“ Musiktherapeut zu sein. Ich halte diese Denkweise nicht für den besten Ansatz bei der Anwendung des Modells. Stattdessen können Musiktherapeuten das MTHM nutzen, um zu prüfen und zu reflektieren, wie sie gewissenhafter handeln und Klarheit gewinnen können, wenn ein ethisches Dilemma auftritt.

Können Sie ein Fallbeispiel nennen – Ihr eigenes oder das eines anderen –, das veranschaulicht, wie das Wissen und die Anwendung des MTHM musikbasierten Schaden in einem therapeutischen Prozess verhindert haben?

Die meisten meiner Gespräche über das MTHM in der Praxis fanden bei der Supervision von Praktikant:innen oder Referendaren statt. In diesen Situationen halte ich das MTHM für ein hilfreiches Lehrinstrument, das es Studierenden oder Klinikern ermöglicht, ihre persönlichen Gefühle bezüglich eines Fehlers von einer Lernhaltung zu trennen, die sich auf die zukünftige Problemlösung konzentriert. Fehler zu machen gehört zur Ausbildung in Musiktherapie ganz normal dazu, doch wenn ein Student oder Therapeut einen Fehler zu persönlich nimmt, vermeidet er möglicherweise, zu analysieren, wie die Situation anders hätte verlaufen können. Meine Student:innen haben festgestellt, dass es ihnen leichter fällt, Fehler einzuordnen, wenn sie das MTHM nutzen, um zu verstehen, was schiefgelaufen ist und welche Sitzungskomponenten stattdessen hätten priorisiert werden können. (Und, um das vorweg zu nehmen: Ich glaube nicht, dass alle Fehler in der Musiktherapie zwangsläufig Schaden anrichten!)

Was ist der Unterschied zwischen einem evidenzbasierten therapeutischen Ansatz und einem musikwissenschaftlich fundierten Ansatz?

Ein musikwissenschaftlich fundierter Ansatz in der Musiktherapie erfordert das Wissen, zu analysieren, wie Musik als therapeutischer Mechanismus für einen bestimmten Klienten mit einem bestimmten Ziel dienen kann, und anschließend das musikalische Umfeld aktiv so zu gestalten, dass diese Ziele erreicht werden. Er ähnelt stark einem evidenzbasierten Ansatz, bei dem Forschungsergebnisse, die Werte des Klienten und die Fachkompetenz des Therapeuten berücksichtigt werden. Die Flexibilität und die spontane musikalische Entscheidungsfindung, die notwendig sind, um ein möglichst ansprechendes therapeutisches Umfeld zu schaffen, sind jedoch einzigartig. Ich habe festgestellt, dass Deanna Hanson-Abromeits Rahmenkonzept „Therapeutic Functions of Music“ (veröffentlicht 2015 in der Fachzeitschrift Music Therapy Perspectives) sehr hilfreich ist, um klinische Fähigkeiten auf musikwissenschaftlicher Forschung zu gründen.

Sie erwähnen, dass das MTHM dabei hilft, horizontales Denken zu üben. Können Sie beschreiben, was das ist?

Horizontales oder laterales Denken betont einen breiteren Ansatz bei der Problemlösung, anstatt einen linearen, schrittweisen und tieferen Fokus auf eine einzige Lösung zu legen. Wenn ich Ethik-Workshops für Musiktherapeuten leite, präsentiere ich den Teilnehmern in der Regel viele mögliche Lösungen für ein musikbasiertes ethisches Dilemma und lasse sie dann herausfinden, welche Optionen am besten mit ihren Werten übereinstimmen. Welche Lösungen für das Dilemma sie ablehnen und nicht in Betracht ziehen würden, ist ein Hinweis darauf, dass Musiktherapeut:innen der Ansicht sind, dass diese Optionen ein höheres Risiko für ihre Patient:innen bergen. Anschließend kann das MTHM ihnen dabei helfen, die Gefahrenquellen zu identifizieren, die ihnen Sorge bereiten, und zu klären, ob diese Risiken gemindert werden können.

Weinen ist eine häufige Reaktion auf Musik, nicht nur in musiktherapeutischen Sitzungen. Sie zitieren eine Studie, in der Erwachsene zu ihren Erfahrungen mit dem Weinen bei Musik befragt wurden. 51 % gaben an, sich danach genauso gefühlt zu haben, 40 % fühlten sich nach dem Weinen besser, und 63 % beschrieben das Weinen bei Musik als angenehm. Was halten Sie von diesen Ergebnissen, und was sagen sie uns darüber aus, wie Musiktherapeuten mit Klienten umgehen, wenn diese in einer Sitzung weinen?

Ich denke, diese Statistiken spiegeln meine persönlichen Erfahrungen mit dem Weinen wider, aber ich gebe zu, dass ich als Therapeutin etwas länger gebraucht habe, um mich damit wohlzufühlen, wenn jemand vor mir weint. In den Vereinigten Staaten fühlen sich viele Menschen unbehaglich oder glauben, sich entschuldigen zu müssen, wenn sie vor anderen weinen. Wenn Klient:innen jedoch genug therapeutisches Vertrauen hat, um vor uns zu weinen, können diese Momente für sie eine unverfälschte und ungefilterte Möglichkeit sein, Emotionen und Verletzlichkeit auszudrücken. Musiktherapeut:innen, die sofort versuchen, ihre Klient:innen zu trösten und sie dazu zu bringen, „mit dem Weinen aufzuhören“, könnten eine Gelegenheit verpassen, die therapeutische Beziehung weiter zu vertiefen. Es gibt viele Faktoren zu berücksichtigen, wenn Klienten weinen, aber das persönliche Wohlbefinden der Musiktherapeutin oder des Musiktherapeuten sollte nicht das ausschlaggebende Kriterium sein.

Wie wichtig ist für Musiktherapeut:innen die Vielfalt und Spannbreite ihrer Kenntnis des schier unendlichen musikalischen Repertoires, um stets eine sinnvolle musikalische Verbindung zu Klienten herstellen zu können?

Das ist eine wirklich interessante Frage, deren Antwort stark vom klinischen Umfeld und dem Zweck der Musik abhängt. Als ich beispielsweise Sitzungen auf einer Neuro­reha­bili­tations­station leitete, richteten sich die Interventionen eher nach der Klarheit der musikalischen Muster, anhand derer die Klienten körperliche Bewegungen, Sprachmuster oder die gezielte Aufmerksamkeit üben konnten. Da wir eher grundlegende Fähigkeiten rehabilitierten, griff ich meist auf allgemein bekanntes und einfaches Repertoire zurück, um die kognitive Belastung zu verringern. Als ich jedoch in einem Tagesprogramm mit älteren Menschen mit Demenz arbeitete, hatte ich Klient:innen im Alter von Ende 50 bis Ende 80 (und das alles in derselben Gruppe!). Ihre persönliche Beziehung zur Musik war für das Engagement und die Lebensqualität dieser Gruppe von entscheidender Bedeutung, daher musste sich mein Repertoire entsprechend anpassen.

Links & Literaturangaben

Brea Musakami’s personal blog: imamusictherapist.com, and podcast: instrumentalpodcast.com.

Murakami, Brea (2026). Ethische Dynamiken: Integration von Forschungsergebnissen zur Verringerung musikbezogenen Schadens. Musiktherapeutische Umschau, 47(2). (Ethical Dynamics: Integrating Research to Reduce Music-Based Harm).

Hason-Abromeit, D. (2015). A conceptual methodology to define the therapeutic function of music. Music Therapy Perspectives, 33(1), 25-38. https://doi.org/10.1093/mtp/miu061

Murakami, B. (2021). The music therapy and harm model (MTHM): Conceptualizing harm within music therapy practice. ECOS – Scientific Journal of Music Therapy and Related Disciplines, 6(1), 003. https://doi.org/10.24215/27186199e003

+++ Original English version +++

Ethical dynamics: Integrating Research to Reduce Music-Based Harm

The current issue of Musiktherapeutische Umschau (MU 2/2026) features Brea Murakami’s article about “Ethical Dynamics: Integrating Research Findings to Reduce Music-Related Harm.” She challenges herself and the community by drawing attention to potential harm caused by music in music therapy practice. With her “Music Therapy and Harm Model” (MTHM), she has developed a framework for identifying and preventing harm that can occur in music therapy sessions.

Ms Murakami, in your article, you challenge the notion of music, especially preferred music, being automatically “beneficial” for people. What made you think of this as a topic of your research?

It was actually a 5 minute conversation with a politician that got me to entirely rethink the work that music therapists do. In 2015, I was on a task force advocating for state licensure for music therapy. My state representative asked me, “Professional licenses are meant to protect consumers from harm. What harm does this music therapy license protect the public from?” It was a fair question, but it caught me completely off guard at the time. I did a lot of reflecting about music therapists’ work afterward, which led me to develop the Music Therapy and Harm Model.

Are the risks people take in a music therapy intervention generally underestimated?

I believe music therapists should be asking their clients to take meaningful, manageable risks in every session. When our clients take risks, then growth and learning often follows. If a music therapist were to lead simplistic interventions because they wanted to avoid harm, then they would be doing a disservice to their clients. Being aware that harm may occur should not prevent a music therapist from providing opportunities for productive discomfort in sessions, within their skill set and scope of practice. The music therapist’s clinical intuition and expertise, or getting supervision can help them distinguish the right level of risk to support growth for the clients they work with.

What are the aspects of musical choices that can potentially induce music-based harm? Is it only the music that we produce, or listen to, or are there other error sources, such as the moment, the volume, the way in which client and music therapist listen to it?

Depending on the situation or the client, any aspect of the music (chosen by either the client or the music therapist) can potentially lead to harm. On an acoustic level, music can be developmentally overstimulating for premature infants or older adults wearing hearing aids. In very rare cases, hearing certain instruments or songs can trigger seizures. On a psychological level, associations a client has to a certain song might prompt overwhelming memories about a loved one who has passed away, or clients may develop an aversion to a song due to hearing a song lots of times in a negative context. Or, a clinician’s poor musical responsiveness may cause anxiety or other negative reactions in a client. Because music is so multi-faceted, there are many dimensions to consider when evaluating whether harm has happened in a therapeutic setting.

You mention that music-based harm can be physical – can you give an example?

Physical harm in music therapy can happen when the client has a negative body-based response during a session that doesn’t serve their therapeutic goals. We might measure physical harm as an unhealthy heart rate or blood pressure from overstimulating music or a physical injury when playing an instrument that’s inappropriate for the client’s abilities. Theoretically, physical harm could even include maladaptive neuroplasticity if a music therapist were to have a client repeat an incorrect speech pattern at length during Melodic Intonation Therapy, making the error a permanent pattern in the brain.

To address musical decision-making, you developed the Music Therapy and Harm Model (MTHM). Could you tell us how it came into being?

After that fateful conversation about protecting consumers from harm with my state representative, I decided to develop an early version of the MTHM during my master’s degree studies. Initially, I focused on music-based harm, but during a conversation with a colleague in 2017 who kept asking for clarification, I sketched out the entire triangle in one go. I actually still have the paper I wrote the first version on! The three surrounding circles representing the ecological factors were about a year later.

You mention the manipulative potential of the music therapist’s musical actions. Isn’t therapeutic change something that always bears risks – an “ethical dilemma” we face in every session, in every intervention?

Yes, I think that’s a great way to frame the responsibility music therapists have to their clients. We should be aware of and accountable to both the positive and negative influence our skill set carries. That being said, I believe that harm is relatively uncommon in music therapy sessions. And when harm does happen, it can be relatively mild and straightforward to address by shifting the music or getting feedback from a client. I’ve had some clinicians say the MTHM made them feel scared that they were a “bad” music therapist sometimes. I don’t think this mindset is the best approach for the model’s use. Instead, music therapists can use the MTHM to examine and reflect on how they can be more conscientious and gain clarity when an ethical dilemma does arise.

Can you give a case example – your own or someone else’s – that illustrates how the knowledge and application of the MTHM avoided music based harm in a therapeutic process?

Most of my conversations about the MTHM in practice have been when supervising practicum students or interns. In these situations, I think that the MTHM is a helpful teaching tool that allows students or clinicians to separate their personal feelings about making a mistake from a learning mindset that focuses on future problem-solving. Making mistakes is a normal part of music therapy training, but if a student or clinician takes a mistake too personally, then they may avoid analyzing how things might have gone differently. My students have found it easier to contextualize mistakes when they use the MTHM to understand what went wrong, and what session components could have been prioritized instead. (And, as a disclaimer, I don’t believe that all mistakes in music therapy necessarily cause harm!)

What is the difference between an evidence-based therapeutic approach, and a music science based approach?

A music science based approach to music therapy requires the knowledge to analyze how music will serve as a therapeutic mechanism for a specific client with a specific goal, and then actively shape the musical environment to meet those aims. It’s very similar to an evidence-based approach in which research perspectives, client values, and clinician expertise are accounted for. But, the flexibility and spontaneous musical decision-making necessary to build a maximally engaging therapeutic environment is unique. I’ve found Dr. Deanna Hanson-Abromeit’s Therapeutic Functions of Music framework (published in the Music Therapy Perspectives journal in 2015) to be so helpful to keep clinical skills grounded in music science research.

You mention that the MTHM helps practice horizontal thinking. Can you describe what this is?

Horizontal, or lateral, thinking emphasizes taking a broader approach when problem-solving, rather than taking a linear, step-by-step, and deeper focus toward one solution. When leading ethics workshops for music therapists, I usually present learners with many potential solutions to a music-based ethical dilemma, and then have them sort which options best align with their values. Whichever solutions to the dilemma they reject and would not consider trying is a clue that the music therapist believes that those options carry a higher risk of harm for the types of clients they work with. Then, the MTHM can help them identify what sources of harm they are concerned about, and clarify whether those risks can be mitigated.

Crying is a frequent reaction to music, not only in music therapy sessions. You cite a study that asked adults about their experience of crying to music. 51% reported to have felt the same, 40% to have felt better after crying, and 63% described crying to music as pleasant. What do you think about these results, and what do they tell us about how music therapists deal with clients when they cry in a session?

I think these statistics reflect my personal experiences with crying, but I admit that as a clinician it took me a bit longer to get comfortable with someone crying in front of me. In the United States, many people feel uncomfortable or that they need to apologize when crying in front of someone else. But, if a client has enough therapeutic trust to cry in front of us, these moments can be a raw and unfiltered way for them to express their emotions and vulnerability. Music therapists who immediately try to comfort a client and get them to “stop crying” could be missing an opportunity for the therapeutic relationship to go a bit deeper. There are many factors to consider when a client is crying, but the music therapist’s personal comfort should not be the primary decision-maker.

How important is the extension and breadth of a music therapists’ knowledge of the sheer endless musical repertoire to be able to enter in a meaningful musical connection with clients?

This is such an interesting question, and one that really depends on the clinical setting and the mechanism the music is serving. For example, when I was leading sessions on a neurorehabilitation unit, the interventions were more dependent on the clarity of musical patterns by which the clients could practice physical movements, speech patterns, or focused attention. Because we were rehabilitating more basic skills, I tended to use repertoire that was more universally known and simple to reduce cognitive load. However, when I worked at a day program with older adults with dementia, I had clients in their late 50s all the way to their late 80s (and, all in the same group!) Their personal relationship to the music was for that group’s engagement and quality of life was essential, so my repertoire library had to follow suit.

Links & Literaturangaben

Brea Musakami’s personal blog: imamusictherapist.com, and podcast: instrumentalpodcast.com.

Murakami, Brea (2026). Ethische Dynamiken: Integration von Forschungsergebnissen zur Verringerung musikbezogenen Schadens. Musiktherapeutische Umschau, 47(2). (Ethical Dynamics: Integrating Research to Reduce Music-Based Harm).

Hason-Abromeit, D. (2015). A conceptual methodology to define the therapeutic function of music. Music Therapy Perspectives, 33(1), 25-38. https://doi.org/10.1093/mtp/miu061

Murakami, B. (2021). The music therapy and harm model (MTHM): Conceptualizing harm within music therapy practice. ECOS – Scientific Journal of Music Therapy and Related Disciplines, 6(1), 003. https://doi.org/10.24215/27186199e003

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Brea Murakami

Brea Murakami, MM, MT-BC ist staatlich geprüfte Musiktherapeutin und Pädagogin. Sie legt Wert darauf, Erkenntnisse aus der Musikpsychologie in die klinische Praxis umzusetzen. Ihre bisherigen beruflichen Schwerpunkte lagen in der Hochschullehre, der Neurorehabilitation und der Demenzpflege. Über ihr Unternehmen Instru(mental) Ed. bietet sie Weiterbildungskurse an.

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