Im Rahmen des Senatsempfangs im Hamburger Rathaus anlässlich des Internationalen Frauentags wurde das Thema genderspezifische Medizin fokussiert.
Die Veranstaltung fand am 27. Februar 2026 mit etwa 400 Gästen statt. Genderspezifische Medizin berücksichtigt biologische und soziale Geschlechtsunterschiede in Forschung, Diagnostik und Therapie. Frauen verbringen durchschnittlich mehr Jahre in schlechter Gesundheit als Männer. Grund dafür ist, dass der weibliche Körper in der medizinischen Forschung und Versorgung oft nicht mit berücksichtigt wird. Mehr dazu in der Pressemitteilung der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung.
Wissenschaft und Gleichstellung müssen ineinandergreifen
Gastgeberin war Senatorin Maryam Blumenthal von der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung. Die Keynote präsentierte Prof. Dr. Parisa Moll-Khosrawi vom Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) gesprochen. Auf dem Podium waren die Autorin und Aktivistin Christina Pingel, die Medizinstudentin Feline Kristukat sowie die Vizepräsidentin der Ärztekammer Hamburg Dr. Birgit Wulff.

Gender-Pay-Gap, Gender-Care-Gap, Gender-Data-Gap
Die Gleichstellungssenatorin und Gastgeberin Maryam Blumenthal nahm kein Blatt vor den Mund und stellte das Thema des Abends in einen Kontext von großer gesellschaftlicher Tragweite:
Wer sich für Frauenrechte einsetzt, muss sich auch Rechte von queeren Menschen, für von Rassismus oder Antisemitismus Betroffene und für Menschen mit Behinderungen einsetzen. Denn wo all diese Rechte angegriffen werden, wird Demokratie abgebaut – und wo wir sie gemeinsam verteidigen, verteidigen wir unsere Zukunft (aus der Pressemeldung).
Moderiert wurde der Empfang von der Autorin und Journalistin Dr. Susanne Weingarten. Musikalisch begleitet wurde der Abend durch den Frauenchor der Hochschule für Musik und Theater.
echt stark – ein Präventions-Projekt für Mädchen
Dr. Anna Lisa Prechtl stellte das Projekt echt stark und die Ergebnisse ihrer Wirksamkeitsstudie im Form eines Science Slams vor. Dieses Format richtet sich nicht an ein Fachpublikum und die Kunst besteht darin, dennoch in Forschungsergebnisse einzutauchen und diese allgemein verständlich und kurzweilig aufzubereiten. Am Flügel begleitete sie sich mit einem für diesen Zweck selbst komponierten Song, dessen Text aus der Arbeit mit den Mädchen entstanden ist. So ließ sie die Präsentation von Fakten und die musikalisch-kreative Ebene gleichberechtigt wirken..

Links
Der Videomitschnitt des Empfangs mit allen Vorträgen ist abrufbar unter diesem Link (Der Teil zum Science Slam zum Projekt echt stark erscheint bei Minute 1:02:05).
Prechtl, Anna Lisa. Steckbrief Forschung. Evaluation des musiktherapeutischen echt stark-Projekts (Blogbeitrag vom 12. Dezember 2019).


