Musiktherapie-Ausbildungen und Studiengänge Vernetzungstreffen Studierendenvertreter

OMG! Online-Musi-Getümmel: Was ist eigentlich Musiktherapie?

Loading

Am Montag, den 11. Mai 2026, fand erneut ein OMG statt – das „Online Musi Getümmel“, der online Stammtisch für Musiktherapie-Studierende. Diesmal widmeten wir uns einer Frage, die uns wohl allen schon unzählige Male begegnet ist:

Was ist eigentlich Musiktherapie?

Und vielleicht noch spannender: Was ist sie nicht? Kaum ein Kennenlern-Gespräch vergeht ohne diese Frage – je nach dem wem wir gegenüberstehen fällt unsere Antwort etwas anders aus.

Mal beantworten wir sie geduldig und erfreut darüber, einer weiteren Person über unseren zukünftigen Beruf zu erzählen. Ein andern Mal sind wir vielleicht erschöpft von der ständigen Erklärungsnot. Doch jedes Mal steckt in dieser Frage auch eine Einladung an uns, die eigene Vorstellung von Musiktherapie zu hinterfragen und neu zu formulieren. Wie definiere ich mich selbst als angehende:r Musiktherapeut:in? Welche Aspekte sind mir wichtig? Und wie verändert sich meine Antwort im Laufe der Ausbildung und der ersten praktischen Erfahrungen?

Definition, Abgrenzung, Selbstverständnis

Die Idee für dieses Thema kam von Jutta Wehlan, die in diesem Jahr ihren Bachelor in Musiktherapie in Heidelberg absolviert hat. Im Rahmen ihrer Thesis begleitete sie das Bridges-Projekt (mehr darüber unter bridgesmusik.com ) und setzte sich intensiv mit Community Music Therapy auseinander. Dabei stellte sie sich immer wieder die Frage nach Definition, Abgrenzung und Selbstverständnis der Musiktherapie.

Was ist keine Musiktherapie?

Nach einem ersten gemeinsamen Brainstorming zu den Fragen „Was ist Musiktherapie?“ und „Was ist keine Musiktherapie?“ gab Jutta einen spannenden inhaltlichen Input. Gemeinsam blickten wir auf das österreichische Berufsgesetz und beschäftigten uns mit den sogenannten Kasseler-Thesen (hier in der überarbeiteten Version von 2010), welche vor über dreißig Jahren eine Definition für Musiktherapie formulierten . Wie könnte eine zeitgemäße Definition der Musiktherapie also aussehen?

Am 11. Mai 2026 fand wieder das OMG Online-Musi-Getümmel der Studierendenvertretung statt.
Foto der gemeinsam online erstellten MindMap beim OMG der Musiktherapie-Studierenden.

Berufspolitik und Berufsgesetz

Im Gespräch wurden schnell größere berufspolitische Fragen erkennbar: Wie konkret muss Musiktherapie definiert werden, damit dies im Hinblick auf ein mögliches Berufsgesetz in Deutschland hilfreich ist? Welche Arbeitsfelder könnten durch eine engere, stärker wissenschaftlich ausgerichtete Definition ausgeschlossen werden? Und welche Folgen hätte das für Musiktherapeut:innen, die in diesen Bereichen tätig sind?

Wie viel Abgrenzung ist hilfreich?

Anders gefragt: Wieviel Abgrenzung ist hilfreich, vielleicht notwendig für eine bessere Anerkennung im Gesundheitswesen – und welche Bereicherung bringt ein offenes inklusives Verständnis unseres zukünftigen Berufs?

Die Diskussion hätte problemlos noch deutlich länger weitergehen können. Viele der angestoßenen Gedanken werden uns sicherlich noch eine Weile begleiten und unsere persönlichen Fragen nach Identität und Selbstverständnis als Musiktherapeut:innen weiter prägen.

Ein herzliches Dankeschön geht an Jutta, die dieses OMG mit ihrem Input und ihren inspirierenden Denkanstößen wunderbar mitgestaltet hat!

Auch wenn wir diesmal nur in kleiner Runde aus zwei Standorten – Heidelberg und Augsburg – zusammenkamen, war der Austausch wie immer lebendig, offen und bereichernd.

Nächster OMG-Termin am Montag, 17. August 2026

Schon jetzt laden wir alle Studierenden herzlich zum nächsten OMG am Montag, den 17. August, ein. Gemeinsam mit Gästen aus der Ethikkommission möchten wir darüber sprechen, wie sich Klimakrise und Nachhaltigkeitsfragen auf die Musiktherapie auswirken. Globale Krisen beeinflussen zunehmend die psychische Gesundheit unserer Klient:innen – Stichwort Climate Anxiety oder Traumafolgen von Extremwettereignissen.

Wie viel Raum sollte diesem wachsenden Themenfeld in der Ausbildung gegeben werden? Und welche Verantwortung tragen wir als Musiktherapeutinnen im Hinblick auf Nachhaltigkeit und gesellschaftliches Handeln? Welche Aspekte sollten möglicherweise künftig auch im Ethikkodex der DMtG festgehalten werden?

Wir freuen uns auf dieses spannende Thema! Die Einladung mit Zoom-Zugang erhaltet ihr wie immer rechtzeitig über eure jeweiligen Standortvertretungen.

Kontakt Studierendenvetretung

Hast du Wünsche, Anregungen oder Kritik für kommende Online-Musi-Getümmel oder allgemein an die Studierendenvertretung? Dann melde dich bei uns per email an: studierendenvertretung@musiktherapie.de.

Eva Ittmann (B.A. MT, SRH Heidelberg) und Laura Vetter (M.A. MT, Universität Augsburg)

Weitere Beiträge

Alle Beiträge zum Thema Studium und Ausbildung sind hier im Blog in der Themen-Kategorie Campus zu finden!

Bild von Studierendenvertretung

Studierendenvertretung

Die Studierendenvertretung der DMtG vertritt die Interessen der Studierenden innerhalb der DMtG. Sie organisiert regelmäßig Studierenden- und Berufseinsteigertreffen in Deutschland, um einen Raum für Begegnungen und den Austausch der Nachwuchs-MusiktherapeutInnen untereinander zu schaffen. Fragen und Anregungen können an die aktuellen Vertreter:innen Eva Elisabeth Ittmann (Bachelor MT, SRH Heidelberg) und Laura Vetter (berufsbegleitender Master MT, Augsburg) per email gerichtet werden: studierendenvertretung@musiktherapie.de

Schreibe einen Kommentar