Gemeinsam Musik machen und darüber hinaus die Musikinstrumente selbst zu bauen, kann neue Erfahrungsräume öffnen, Berührungsängste nehmen, sowie die eigene Kreativität und Selbstwirksamkeit fördern. Das alles kann man mit einer flairdrum machen – sie lädt ein zum Innehalten und Durchatmen.
In diesem Beitrag schildere ich meine langjährige Erfahrung bei der Durchführung von Workshops an der Schnittstelle zwischen Musik und Handwerk. Mein Instrument der Wahl ist die flairdrum, eine von mir selbst entwickelte Marimba aus PET-Flaschen, die sowohl im pädagogischen als auch im therapeutischen Rahmen seit einigen Jahren erfolgreich zum Einsatz kommt.
Durch das Aufpumpen mit Luft erzeugen bestimmte PET-Flaschen einen klaren, karibisch angehauchten Klang. Das Erstaunliche dabei ist: Die Klangflasche ist Tonerzeuger und Resonanzkörper in einem und stufenlos stimmbar. Dabei gilt: je höher der Druck, desto höher die Oberflächenspannung der Flasche und somit desto höher der Ton. Das Instrument kann hierbei mit einer einfachen Fahrradpumpe gestimmt werden. So entsteht ein Instrument, welches im Klang an eine Mischung aus Steelpan und Handpan erinnert (siehe Beispiel in diesem Video). Ein Instrument, das einlädt zum Innehalten und Durchatmen. Ich persönlich fühle mich, ähnlich wie bei einer Handpan, beim Spielen der flairdrum zentriert, ausgeglichen und gleichzeitig innerlich berührt.
Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der flairdrum
Je nach Kontext kommt die flairdrum in unterschiedlichen Ausführungen zum Einsatz. Im Gruppenkontext bieten sich einzelne Klangflaschen an, die zusammen ein ganzes Flaschenorchester bilden. Einen niedrigschwelligen Einstieg in das Xylophonspiel erlaubt die kleine Flaschenmarimba aus 5 Klangflaschen an einer Holzhalterung. Will man die ganze klangliche Vielfalt erleben und gegebenenfalls therapeutisch wirken lassen, kann die große Flaschenmarimba mit 12 oder sogar bis zu 24 Klangflaschen zum Einsatz kommen.
Musik und Handwerk – Kombination mit großem Potential
Alle baulichen Ausführungen lassen sich auch innerhalb eines Instrumentenbauworkshops umsetzen, von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen. Bauen und Musik machen können sich hierbei dynamisch abwechseln und gegenseitig inspirieren. Sich musikalisch ausdrücken und handwerkliches Arbeiten sprechen unterschiedliche Sinnes- und Handlungsräume des Menschen an. Je nach Persönlichkeit fühlt sich der eine Mensch eher von der Musik, der andere stärker vom praktischen Tun angesprochen. Musik ist etwas Feinstoffliches und sehr Persönliches: Sie berührt Emotionen, Wahrnehmung und Ausdruck auf einer oft schwer greifbaren Ebene.
Unmittelbarer Erfolg durch den kreativen Bauprozess
Handwerk hingegen bietet häufig einen unmittelbareren Erfolg – das Ergebnis ist sichtbar, spürbar und vermittelt ein Gefühl von Wirksamkeit und Zufriedenheit. Der Bauprozess der flairdrum bietet viel Raum für Kreativität und verbindet unterschiedlichste handwerkliche Tätigkeiten (z.B. Stanzen, Schneiden, Bohren, Kleben, Sägen, Feilen, farbig Gestalten). Meiner Erfahrung nach tauchen die Teilnehmenden tief ein in ihr individuelles Bauprojekt und können kaum mehr aufhören. Am Ende kann man in viele stolze Gesichter blicken.
Musikalität wird neu entdeckt
Gerade die Verbindung beider Bereiche ergänzt sich auf besondere Weise. Das handwerkliche Tun schafft Erdung und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, während die Musik den Zugang zu Kreativität, Ausdruck und innerem Erleben öffnet. Durch das mehrmalige und spielerische Abwechseln beider Bereiche innerhalb eines Instrumentenbauworkshops, entsteht ein Raum, in dem Menschen sich selbst neu begegnen und ihre eigene Musikalität auf natürliche und individuelle Weise entdecken können.
Spielerisch werden nebenbei physikalische und musiktheoretische Zusammenhänge erfahrbar. Durch das Upcycling von Alltagsgegenständen, die jeder kennt, kann die flairdrum Berührungsängste abbauen und Menschen dazu ermutigen, unbefangen Musik zu machen – und nebenbei noch einen neuen Blickwinkel auf sogenannten „Abfall“ ermöglichen.
Angebot an Musiktherapeut:innen und Pädagog:innen
Gerne komme ich bei Euch vorbei, um einen flairdrum-Workshop mit Euch oder Euren Klient:Innen umzusetzen. Alle nötigen Materialien dafür bringe ich mit. Wer alternativ Lust hat, einen flairdrum-Workshop selbst umzusetzen, wird von mir mit Materialen und dem nötigen Know-How unterstützt (zu vergünstigten Konditionen für den pädagogischen und musiktherapeutischen Bereich). Für den sofortigen Einsatz verschicke ich darüber hinaus auch fertige flairdrums in allen Variationen.
Links und Kontakt
Videos zur flairdrum – Youtube-Link
Mein Album “Stillness in Motion” – flairdrum.bandcamp.com/album/stillness-in-motion
flairdrum/ Daniel Bornmann – www.flairdrum.com
Instagram – www.instagram.com/flairdrum/
Copyright Fotos: Daniel Bornmann


