Projekte
Musiktherapie in der Versorgung älterer Menschen

Balsam für die Seele: Hausmusik
„Herrlich, diese Erinnerungen. Im Alter, der Zeit des Alleinseins, hilft mir die Musik sehr. Balsam für die Seele. Oft besser als eine Tablette.“ *

Was hier eine 84-jährige, nicht-pflegebedürftige Frau ausspricht, gilt noch mehr für hilfsbedürftige, dementiell erkrankte Menschen. Musik ist für sie Orientierung, Strukturierung, emotionale Anregung, körperliche Vitalisierung, Biographiearbeit und Vieles mehr. Die musiktherapeutischen Möglichkeiten für Menschen mit Demenz und anderen geronto-psychiatrischen Erkrankungen sind im Rahmen stationärer Versorgung bereits weit verbreitet; hier wurden sie modellhaft in der häuslichen Pflege eingesetzt.
In Kooperation mit der Pflegestation Meyer + Kratzsch und der Diakonie-Pflege-Elisabeth gGmbH wurden Patienten in ihrer häuslichen Umgebung von drei Musiktherapeutinnen versorgt. Die psychotherapeutische Betreuung von Menschen mit gerontopsychiatrischen Problemen in ihrem häuslichen Umfeld ist eine große Lücke im Gesundheitssystem. Das Pflegeergänzungsgesetz sieht 460,- € pro Betroffenem und Jahr dafür vor. Das ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Für Menschen mit Demenz ist Musik der Königsweg zum Kontakt mit ihrer Umwelt.
Der Förderfonds der Deutschen Gesellschaft für Musiktherapie e.V. verknüpft bürgerschaftliches Engagement mit professioneller Qualität erfahrener MusiktherapeutInnen und ambulanter Pflege. Musiktherapie nutzt die Potentiale der Musik, um Seele und Körper wieder lebendig zu machen. Mit Musik kommt man in Kontakt zu anderen Menschen und in Kontakt mit der eigenen Gefühlswelt. Der Musiktherapeut begleitet diesen Prozess.
Krank und hilfsbedürftig zu Hause zu leben, verhindert oftmals solche lebenswichtigen Kontakte. Musiktherapie kommt nach Hause, um wieder einen Zugang zur Außen- und zur Innenwelt zu ermöglichen.

Musik
- stärkt emotionale Ressourcen
- weckt Erinnerungen
- lässt Identität erlebbar werden
- verhilft zum Ausdruck, wo logisches Denken und verbale Fähigkeiten fehlen
- bietet Orientierung an Vertrautem
- bietet ein Handlungsfeld, in dem man keine Misserfolge hat
- lindert Ängste und Schmerzen

Förderfonds
Helfen Sie Menschen mit Demenz, die einsam und isoliert mit ihren seelischen Problemen zu Hause leben! Übernehmen Sie eine Patenschaft, spenden Sie Balsam für die Seele von Menschen mit Demenz.

Downloads
Startet den Datei-DownloadInformation Flyer (pdf 1,9 MB, 2 Seiten)

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* Else Eppendorfer, Jahrgang 1920, in der Erzählung „Für mich wirkte es festlich“, S. 71, in dem Band 46 der Reihe „Damit es nicht verloren geht...“, Wien: Böhlau Verlag
Muthesius, D. (Hg) (2001): „Schade um all die Stimmen...“. Erinnerungen an Musik im Alltagsleben.

Folgeprojekt

Haus - Musik.
Betreuung mit Musik für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen

 Von April 2007 bis April 2010 fand das Projekt „Haus - Musik. Betreuung mit Musik für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen“ statt. Das Projekt knüpfte an die Erfahrungen des vorangegangen Projekts an („Musiktherapie in der häuslichen Versorgung älterer Menschen“), zielte aber dieses Mal eher darauf, auch die pflegenden Angehörigen mit einzubeziehen. Dies wurde dadurch erreicht, dass die Alzheimer Gesellschaft Berlin Kooperationspartner war. Das Projekt arbeitete darüber hinaus auch interessierte Ehrenamtliche der Betreuungsbörse der Alzheimer Gesellschaft ein, die nun eigenständig Teile der musikalischen Betreuung übernehmen.

 Der Abschlußbericht ist im Herbst 2010 als „Beitrag zur Musiktherapie“ erschienen.

Veröffentlichungen der DMtG zu diesem Thema

Steinert, C./Muthesius, D.: „Am Ende des Lebens von Anni Reiber. Protokoll einer musiktherapeutischen Sterbebegleitung", Beitrag zur Musiktherapie Nr. 454
Muthesius, D.: Musik und Biographie. Lieder und Singen im Lebenslauf alter Menschen. Beitrag zur Musiktherapie Nr. 451
Muthesius, D./Beyer-Kellermann, H. u.a.: Indikationskatalog für Musiktherapie mit chronisch und chronisch-psychisch erkrankten alten und älteren Menschen. Beitrag zur Musiktherapie Nr. 450
Muthesius, D.: "Balsam für die Seele" Materialienband und Abschlussbericht. Beitrag zur Musiktherapie 504, 505, 506

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Literaturempfehlungen

Dorothea Muthesius
"Schade um all die Stimmen..."
Erinnerungen an Musik im Alltagsleben
Böhlau Verlag, Wien 2001

 Muthesius, D. / Sonntag, J. P./ Warme, B. / Falk, M.
Musik – Demenz – Begegnung.
Musiktherapie für Menschen mit Demenz.
Mabuse-Verlag, Frankfurt (2010)

"Beiträge zur Musiktherapie"
Nr. 422, 450, 451, 452, 405 und 406

"Musiktherapeutische Umschau"
Band 20/1999

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